Flexline für Long- und Short-Positionen nutzen

Zuletzt aktualisiert: 23. August 2026

Ein Flexline-Kredit verschafft dir für sich allein keine Long- oder Short-Position auf das geliehene Asset. Welche Währung du auch leihst – in dieser Währung musst du bei Fälligkeit zurückzahlen, unabhängig davon, wie sich ihr Preis während der Kreditlaufzeit entwickelt.

Wenn du eine Meinung zur Preisentwicklung eines Assets hast, kannst du Flexline nutzen, um diese umzusetzen – doch dafür ist nach der Kreditauszahlung ein weiterer Schritt nötig: Erst was du mit dem Kreditbetrag machst, erzeugt dein direktionales Exposure, nicht der Kredit selbst.

Um bei einem Asset long zu gehen (d. h. von einem steigenden Preis zu profitieren), leihst du dir über Flexline einen Stablecoin oder eine Fiat-Währung und verwendest den Kreditbetrag dann, um das Asset zu kaufen, dessen Wertsteigerung du erwartest. Dein Kredit bleibt in dem Stablecoin oder Fiat fällig, den du geliehen hast – steigt der Preis des Assets, erhöht sich der Wert deiner Bestände, während deine Rückzahlungsverpflichtung gleich bleibt. Fällt der Preis des Assets stattdessen, schuldest du weiterhin denselben Betrag in Stablecoin oder Fiat und trägst den Verlust aus dem gekauften Asset.

Beispiel: Du erwartest, dass der Preis von BTC steigt. Du leihst dir 50.000 USDG über Flexline und verwendest den Betrag, um BTC auf Kraken Pro zu kaufen. Steigt der BTC-Preis vor Fälligkeit des Kredits, erhöht sich der Wert deiner BTC-Bestände, während du bei Fälligkeit weiterhin nur 50.000 USDG schuldest – die Differenz ist dein Gewinn. Fällt der BTC-Preis, verlieren deine BTC-Bestände an Wert, doch du schuldest weiterhin die vollen 50.000 USDG – den Verlust trägst du.

Um ein Asset zu shorten (d. h. von einem fallenden Preis zu profitieren), leihst du dir dieses Asset selbst über Flexline und verkaufst es anschließend gegen einen Stablecoin oder eine Fiat-Währung. Dein Kredit bleibt im ursprünglich geliehenen Asset fällig – fällt dessen Preis vor Fälligkeit, kannst du es günstiger zurückkaufen als du beim Verkauf erhalten hast, den Kredit zurückzahlen und die Differenz behalten. Steigt der Preis stattdessen, musst du mehr aufwenden, um die geschuldete Menge zurückzukaufen, und trägst diesen Verlust.

Beispiel: Du erwartest, dass der Preis von BTC fällt. Du leihst dir 1 BTC über Flexline und verkaufst ihn sofort gegen USD. Fällt der BTC-Preis vor Fälligkeit des Kredits, kannst du 1 BTC für weniger USD zurückkaufen, als du ursprünglich erhalten hast, den Kredit zurückzahlen und die Differenz als Gewinn behalten. Steigt der BTC-Preis stattdessen, kostet dich der Rückkauf des geschuldeten 1 BTC mehr USD, als du erhalten hast – diese Differenz ist dein Verlust.

  • Ein geliehenes Asset einfach zu halten ist direktional neutral. Das Asset hat für sich allein kein Kursrisiko (Price Exposure), da du dasselbe Asset zurückschuldest – unabhängig von seinem Preis.

  • Sowohl Long- als auch Short-Strategien bergen ein Liquidationsrisiko. Wenn sich der Markt gegen deine Position bewegt und dein Sicherheitswert unter das erforderliche Margin-Level fällt, können einige oder alle deiner Assets verkauft werden, um den Kredit zu decken. Mehr dazu findest du unter Sicherheitsstufen von Flexline.

  • Zinsen laufen unabhängig von deiner Richtungswette alle 4 Stunden über die gesamte Laufzeit des Darlehens in der geborgten Währung auf. Siehe Welche Gebühren fallen für Flexline an?

  • Bei Fälligkeit musst du den vollen Betrag in der ursprünglich geborgten Währung zurückzahlen. Hast du nicht genug von dieser Währung in deiner Haupt-Wallet, werden andere Assets konvertiert, um die Rückzahlung zu decken – dabei kann eine Konvertierungsgebühr anfallen.

Die Nutzung von Kraken Flexline ist mit Risiken verbunden, kann steuerliche Auswirkungen haben und kann zu Kapitalverlust führen. Geborgte Assets unterliegen Auszahlungslimits. Die Verfügbarkeit von Kraken Flexline unterliegt bestimmten Einschränkungen und Zulassungskriterien.